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Delden international 2009 (12)

„Delden International“

Installation mit diversen Materialien, 2009

Die raumplastischen Arbeiten des Kölner Künstlers Georg Gartz sind aus der Malerei entstanden, der Fläche der Leinwand entwachsen und in die dritte Dimension entwickelt. Aus dieser in zahlreichen Experimenten erprobten Konsequenz sind in den letzten Jahren farb- und materialintensive Collagen und plastische Materialbilder, Objektkästen, Mobiles, Monumental- und Land-Art-Skulpturen sowie Raum-Installationen hervorgegangen.

Gartz greift für seine Installation „Delden International“ im Projektraum Perron 1 die Idee des Warteraums auf und entwickelt eine fiktive Bushaltestelle mit Wartehäuschen. Während in ganz Europa die Wartestationen von einem einheitlichen Design geprägt zu sein scheinen, wobei das Material meist für Offenheit, Modernität und Sicherheit sorgt, wählt der Kölner Künstler verschiedene Materialien, die selten im öffentlichen Raum zu finden sind: ornamental bedruckte Plastiktischdecken, Silberfolien und farbige Holzimitate, transparentes Wellblech von alten Schrebergartenhäusern und Plakatabrisse bilden ein bizarres Ensemble.

Das fragile Gebilde entspricht in Größe und Form einer traditionellen Haltestelle, die davon gekennzeichnet ist, dass sie einen Ort für einen kurzzeitigen Aufenthalt markiert, der einerseits durch seine dreiseitige Geschlossenheit Schutz gewährt, andererseits Offenheit zum Geschehen davor und dahinter ermöglicht. Gerade diese spezielle Situation des Übergangs zwischen innen und außen, zwischen privat und öffentlich, zwischen labil und stabil interessiert den Künstler als ein generelles Bild für immer wiederkehrende Lebenserfahrungen. So repräsentiert auch das Material, durch den ursprünglichen Gebrauchszusammenhang, durch die Spuren seiner Nutzung und Eigenwilligkeit des Designs Privatheit und individuelle Vorstellung von Schönheit. Die neue Arbeit steht in einem Kontext von Arbeiten, die sich mit Orten beschäftigen.

Martin Turck

 

 

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